Patrick Inhestern

Patrick Inhestern

Rechtsanwalt

Wenn sich Ehegatten trennen und es verdient einer weniger als der andere, dann besteht ab Trennung bis zu der Rechtkraft der Scheidung ein Anspruch auf Trennungsunterhalt. Der bedürftige Ehegatte kann ab dem Trennungszeitpunkt von dem anderen Ehegatten die Zahlung eines monatlichen Geldbetrages zur Sicherung seines Lebensunterhaltes verlangen. Lesen Sie nachstehend, was bei der Geltendmachung von Trennungsunterhalt zu beachten ist, wie er berechnet wird, und wie Sie ihn mir als Fachanwalt für Familienrecht beim Familiengericht beantragen können.

Unterhalt sofort nach Trennung verlangen!

Wichtig ist, dass Sie als bedürftiger Ehegatte den unterhaltsverpflichten Ehegatten zur Zahlung von Unterhalt auffordern. Hierzu sollten Sie den anderen schriftlich, und so dass, Sie beweisen können, dass Ihr Schreiben auch angekommen ist (per Einschreiben), zur Auskunftserteilung über sein Einkommen und Vermögen zum Zweck der Berechnung der Ehegattenunterhalts auffordern. Hierdurch setzen Sie den Ehegatten in Verzug, und sollte es erforderlich werden, eine Unterhaltsklage einzureichen, dann kann mit dieser Unterhalt verlangt werden ab dem Zeitpunkt, ab dem Unterhalt erstmals geltend gemacht wird.

Im ersten Trennungsjahr besteht grundsätzlich keine Arbeitsverpflichtung

Während der Trennungszeit besteht in der Regel keine Verpflichtung zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Die Verpflichtung, arbeiten zu gehen, kann ein Jahr nach der Trennung entstehen. Wer ein Kind zu betreuen hat, muss bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes nicht arbeiten gehen. Berechnung und Höhe des Trennungsunterhaltes - Nettoeinkünfte werden geteilt! Ausgangspunkt für die Berechnung des Trennungsunterhaltes sind die zusammengerechneten Nettoeinkünfte. Diese werden nach dem Halbteilungsgrundsatz geteilt. Vom bereinigten Erwerbseinkommen kann ein Bonus von 1/7 abgezogen werden. Vorrangige Unterhaltsverpflichtungen für Kinder werden vor Abzug des Erwerbstätigenbonus in Abzug gebracht. Der verpflichtete Ehegatte kann möglicherweise weitere Positionen einkommensmindernd geltend machen. Dies können vor allem ehebedingte Schulden, angemessene Altersvorsorge und Umgangskosten für den Umgang mit den gemeinsamen Kindern sein.

Beispiel zur Berechnung von Trennungsunterhalt

Zur Verdeutlichung des Umfanges des Trennungsunterhaltsanspruches gebe ich folgendes Rechenbeispiel:

Mann verdient 3000,00 € netto, Frau verdient 0,00 €. Es ist ein gemeinsames Kind vorhanden, welches 6 Jahre alt ist. Für das Kind ist nach Düsseldorfer Tabelle ein Unterhalt gemäß Einkommensgruppe 4 und Altersstufe 2 in Höhe von 345,00 € zu zahlen. Dieser Betrag ist von Nettoeinkommen abzuziehen, so dass ein für den Trennungsunterhalt relevantes Einkommen in Höhe von 2655,00 € verbleibt. Von diesem Betrag ist der Erwerbstätigenbonus in Höhe von 1/7 mal 2655,00 €, mi hin 379,29 € abzuziehen. Es verbleibt damit ein unterhaltsrechtlich relevantes Einkommen von 2275,71 €. Dieses Einkommen ist nach dem Halbteilungsgrundsatz zu teilen. Der Unterhaltsanspruch besteht damit in Höhe von 2275,71 € : 2 = 1137,86 €. Da auf volle Beträge zu runden ist, besteht ein Unterhaltsanspruch in Höhe von 1138,00 €.

Tipp: Einkommensnachweise des Ehegatten sichern

Die Durchsetzung von Trennungsunterhalt geht sehr viel schneller, wenn das Einkommen des Unterhaltspflichtigen bekannt ist. Wer kann, sichert sich damit die Einkommensbescheinigungen des Ehegatten, und oder Steuerbescheide.

 


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