Horst-Oliver Buschmann

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Rechtsanwalt

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Mangel bei Autokauf: Übersicht über einzelnen Mängel und die Rechte des Käufers

Rechtsanwalt Horst-Oliver Buschmann

 


Nach einem Autokauf können sich Mängel am Fahrzeug zeigen. Ein Sachmangel liegt nach der gesetzlichen Definition unter anderem vor, wenn die Kaufsache nicht die zwischen dem Verkäufer und Käufer vereinbarte Beschaffenheit hat. Weicht die tatsächliche Beschaffenheit des Fagarantiehrzeugs von der vereinbarten Beschaffenheit hat, stehen dem Käufer Gewährleistungsansprüche zu. Maßgeblicher Zeitpunkt für die Mangelfreiheit ist die Übergabe des Fahrzeugs.

 

Allerdings ist nicht jede Abweichung von der vereinbarten Beschaffenheit als ein Mangel zu bewerten. Vielmehr kann sich bei einem Kraftfahrzeug unter Berücksichtigung des Alters und der Laufleistung ein Defekt als üblicher Verschleiß herausstellen. Verschleiß ist kein Mangel im Sinne des Gesetzes und führt daher nicht zu Gewährleistungsansprüchen.

 

Zu der Frage, ob es sich um einen Mangel oder um Verschleiß handelt, gibt es viele gerichtliche Einzelfallentscheidungen.

 

Der nachfolgende Beitrag gibt einen Überblick über einzelne Mängel und die daraus folgenden Gewährleistungsrechte des Käufers eines Kraftfahrzeugs.

 

 

alt 1. Einzelfälle von Sachmängeln

alt 2. Feststellung der Mängel

alt 3. Rechte des Käufers bei Sachmängeln

alt 4. Wer zahlt die Anwaltskosten

 

1. Einzelfälle von Sachmängeln

 

Bei nachfolgenden Mängeln haben die Gerichte dem Käufer jeweils Gewährleistungsrechte zuerkannt:

 

Achse:

- Federbruch 12 Jahre, Ford Mondeo 1,8, 53.000 km

 

Bremse:

- Schaden an der Bremsanlage, Opel Astra Caravan, 86.000 km

- Völlige Abnutzung der Bremsklötze bei einem Jaguar XJ6, 82.000 km

 

Getriebe:

- Getriebeschaden: 8 Jahre Opel Omega, 130.000 km

- Defektes Automatikgetriebe: 7 Jahre Renault Laguna, 84.000 km

- Federbruch der Lamellenkupplung: 35.000 km Volvo C 70 Cabrio

 

Katalysator:

- Defekt am Keramikkörper: Opel Astra Caravan

 

Klimaanlage:

- Fehlfunktion der Klimaanlage (nur extremes Heizen und Kühlen möglich), Audi 100, 11 Jahre, 94.000 km

 

Kupplung:

- Kupplungsschaden: Renault Laguna, 7 Jahre, 84.000 km

 

Motor:

- Defekt der Zylinderkopfdichtung und gerissene Ventilstege

- Motorschaden durch Überspringen des Zahnriemens: Opel Vectra, 118.000 km

- Überdurchschnittlicher Verschleiß einer Einspritzdüse als Ursache eines Motorschadens

 

Scheibenwischer:

- Defekter Scheibenwischermotor

 

Scheinwerfer:

- Feuchtigkeit im Scheinwerfer

- Milchiger Scheinwerfer

 

Standheizung:

- Defekte Standheizung

 

Tempomat:

- Defekter Tempomat


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2.Feststellung der Mängel

Der Käufer ist nicht verpflichtet, dem Verkäufer den konkreten Mangel zu benennen. Dies wird ihm in vielen Fällen auch gar nicht möglich sein. Vielmehr genügt es, wenn der Käufer die Symptome nennt, aus denen sich Rückschlüsse auf einen Mangel ziehen lassen. Gelegentlich kann es aber nicht ausreichen, einfach nur die Symptome zu schildern.

Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Wagen von einem gewerblichen Händler gekauft wurde und der Mangel erst nach einem halben Jahr oder später auftritt. In diesem Fall muss nämlich der Käufer beweisen, dass der Mangel bereits bei der Übergabe des Fahrzeugs vorhanden war. Nur in den Fällen, in denen der Mangel in den ersten sechs Monaten auftritt, muss der Verkäufer die Mangelfreiheit beweisen.

Wenn der Verkäufer bestreitet, dass der Mangel von Anfang an vorhanden war, hat der Käufer zum einen die Möglichkeit, den notwendigen Nachweis durch ein Privatgutachten (DEKRA oder TÜV) zu erbringen. Weiter besteht die Möglichkeit, bei Gericht ein sogenanntes Selbstständiges Beweisverfahren durchzuführen. In diesem Verfahren stellt ein gerichtlich bestellter Sachverständiger fest, ob der Mangel bereits bei der Übergabe des Fahrzeugs vorhanden war oder nicht. An das Ergebnis des Gutachtens sind die Parteien und das Gericht bei einem späteren Rechtsstreit gebunden.

 

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3. Rechte des Käufers bei Sachmängeln

Ist ein Kraftfahrzeug mangelhaft, kann der Käufer vom Verkäufer

 

a. Nachbesserung verlangen,

b. vom Vertrag zurücktreten oder den Kaufpreis mindern,

c. Schadensersatz verlangen.

 

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist der Käufer verpflichtet, dem Verkäufer zunächst die Möglichkeit zu geben, den Mangel zu beheben. Es ist nicht möglich, sofort vom Kaufvertrag zurückzutreten. Erst wenn sich der Verkäufer weigern sollte, den Mangel zu beheben oder die Reparatur zweimal erfolglos blieb, kann der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten.

 

Ein sofortiger Rücktritt ist nur in den Fällen möglich, wo auch eine Reparatur nicht zu dem gewünschten Ergebnis führen kann. Wenn beispielsweise ein Auto als „unfallfrei“ verkauft wurde und sich herausstellt, dass das Fahrzeug doch einen Unfall hatte, kann auch eine Reparatur die Eigenschaft „unfallfrei“ nicht wieder herstellen. In diesem Fall kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten, ohne dass er den Verkäufer zunächst zu einer Nachbesserung auffordern muss.

 

Wichtig:

Gelegentlich kommt es vor, dass der Käufer einen Mangel selbst behebt und anschließend vom Verkäufer die Zahlung der Reparaturkosten verlangt. In diesem Fall hat Käufer seine Gewährleistungsrechte für diesen Mangel verloren, da er dem Verkäufer nicht die Möglichkeit gegeben hat, den Mangel zu beheben. Es ist also dringend davon abzuraten, einen Mangel zunächst zu beheben und im Anlass dran zu versuchen, die Reparaturkosten vom Verkäufer zurückzuerhalten.

 

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4. Wer zahlt die Anwaltskosten

Wer eine Verkehrsrechtsschutzversicherung hat, kann in aller Regel davon ausgehen, dass diese die Kosten für einen Rechtsstreit nach Autokauf übernimmt. Im Übrigen ist der Verkauf eines schadhaften Autos eine Vertragsverletzung, für die in vielen Fällen der Verkäufer Ihre Anwaltskosten übernehmen muss. Wenn Sie Interesse haben, setzen Sie sich gern mit mir in Verbindung.

 

Horst-Oliver Buschmann

 

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