Diebstahl (§ 242 StGB) Strafverfahren und Verteidigung

Rechtsanwalt Rolf Tarneden

Strafverfahren wegen Diebstahles: Der Diebstahl ist Deutschland meist begangenes Delikt. Für Betroffene geht es vor allem um das Ergebnis des Strafverfahrens, also welche Strafe man erhält. Nach Analyse der Akte kann ein im Strafrecht versierter Anwalt schnell und sicher einordnen, welche Verteidigungsstrategie am besten ist und welche Strafe droht. Dieser Beitrag soll eine Orientierung zu den wichtigsten Fragen geben. Was genau ist ein Diebstahl und welche besonderen Fallgruppen gibt es? Welche ist die beste Verteidigungsstrategie? Und welche Anwaltskosten entstehen für die Verteidigung?

1. Was genau ist ein Diebstahl?

2. Besondere Fallgruppen: Diebesfalle, Bandendiebstahl...

3. Welche Strafe droht bei Diebstahl?

4. Welche Verteidigungsstrategie ist die beste?

5. Was kostet der Anwalt?


1. Was genau ist Diebstahl?

Diebstahl bezeichnet die unerlaubte Wegnahme von Sachen / Gegenständen, die dem Täter nicht gehören. Dabei muss der Täter die Absicht haben, diese Sachen behalten zu wollen.

Daneben gibt es diverse besondere Arten des Diebstahles, z.B

• Bandendiebstahl

• gewerbsmäßigen Diebstahl

• Wohnungseinbruchdiebstahl

• ...

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2. Besondere Fallgruppen: Diebesfalle, Bandendienbstahl...

Nachstehend sollen wichtige Fallgruppen des Diebstahls kurz erläutert werden:

Diebesfalle (beobachteter Diebstahl)

Auch der beobachtete Diebstahl (oft Diebesfalle genannt) ist strafbar. Vereinzelt wird argumentiert, es liege kein Diebstahl vor, wenn der Dieb - wie bei einer Diebesfallle - beim Diebstahl beobachtet wird. Die Gerichte gehen aber davon aus, dass diese Diebstahlsart strafbar ist.

gewerbsmäßiger Diebstahl

Wer klaut, um sich eine fortlaufenden Einnahmequelle aus wiederholter Tatbegehung zu verschaffen, begeht einen gewerbsmäßigen Diebstahl. Die Mindesstrafe beträgt dann 3 Monate. Der gewerbsmäßige Diebstahl ist wohl der häufigster Fall des Diebstahles in einem besonders schweren Fall.

Diebstahl zur Finanzierung der Drogensucht

Wenn Drogenabhängige Diebstähle begehen, tun sie dies zumeist, um Ihre Sucht zu finanzieren. Hier ist Antrieb der Tat häufig die Sucht, nicht die Kriminalität. Hier gibt das Gesetz den Ausgleich "Therapie statt Strafe" nach § 35 BtMG. Therapie statt Strafe bedeutet, dass der Betroffene zwar wegen Diebstahles zu einer Haftstrafe verurteilt wird. Der Betroffene kann aber statt Gefängnis die Drogentherapie machen. Besteht er die Therapie erfolgreich, muss er nicht mehr ins Gefängnis.

Diebstahl aus Diebstahlszwang (Kleptomanie)

Wer aus Zwang klaut, ist evtl. krank. Dann wird im Gerichstverfahren ein Sachverständiger beauftragt, zu prüfen, ob ein Zwang zum Klauen vorliegt. Sollte dies bejaht werden, hat dies strafmildernde Bedeutung, Grund: Antrieb zur Tat ist eine Erkrankung.

Diebstahl geringwertiger Sachen

Wenn geringwertige Sachen geklaut werden (bis zu einem Wert von 25,00 €), ist die Tat ein Antragsdelikt, d.h. es wird in der Regel nur auf Strafantrag verfolgt. Insbesondere bei diesem Fall des Diebstahles ist die Chance einer Einstellung besonders groß.

Diebstahl in einem besonders schweren Fall, § 243 StGB

Der Diebstahl in einem besonders schweren Fall bezeichnet besondere Fälle, die die Tat als schwer erscheinen lassen. Häufigster Fall ist wohl der gewerbsmäßige Diebstahl. Die Besonderheit liegt darin, dass es dann eine Mindeststrafe gibt von 3 Monaten Haft.

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3. Welche Strafe droht bei Diebstahl?

3.1. Gesetzliche Strafdrohung

• Einfacher Diebstahl: bis zu 5 Jahre Haft oder Geldstrafe.

• Diebstahl in besonders schweren Fällen: 3 Monate bis 10 Jahre Haft

3.2. Real verhängte Strafe

Wer die Strafdrohnung liest, befürchtet schnell Haft. Die gesetzlichen Regeln "bis zu 5 Jahre Haft" verweisen auf den schlimmsten Fall des Diebstahls. Der liegt aber bei dem Durchschnittsfall bei weitem nicht vor.

Wichtig: Es gibt aber keine Mindestgrenze für die Strafe: Daher kann und wird auch im Normalfall bei Ersttätern lediglich eine Geldstrafe verhängt.

Diese wird dann bei Wiederholungstätern erhöht oder es wird dann auf Freiheitsstrafen von ca. 6 Monaten aufwärts erkannt. Freiheitsstrafen werden in der Regel, wenn es sich um die erste Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren handelt, zur Bewährung ausgesetzt.

Erst danach kommt die Haft ohne Bewährung, also die Gefängnisstrafe.

3.3. Einstellung des Strafverfahrens

Statistisch werden etwa 2/3 aller Strafverfahren eingestellt, die meisten davon ohne Gerichtsverhandlung. Es ist zentrales Ziel meiner Verteidigung, diese Einstellung zu erreichen. Eine Einstellung bedeutet, dass das Verfahren eingestellt wird ohne Eintragung im Führungszeugnis.

Eine Einstellung kann z.B. in Betracht kommen bei Ersttätern und geringem Diebesgut. Dann kann z.B. gegen Zahlung eines Geldbetrages an eine gemeinnützige Einrichtung das Strafverfahren eingestellt weden.

Als Verteidiger wirke ich aktiv auf das Strafverfahren ein, um eine Einstellung zu erreichen. Es gibt eine Vielzahl von Einstellungsgründen. Aufgabe der Verteidigung ist es, zu prüfen, ob es für den Fall eine geeignete Einstelllungsmöglichkeit gibt. Sodann gilt es, die Einstellung mit den richtigen Miteln der Strafprozessordnung auch zu erreichen.

3.4. Eintragung ins Führungszeugnis

Urteile werden in das Führungszeugnis aufgenommen (Ausnahme: erste Eintragung unter 90 Tagessätzen).

Für manche Betroffene ist gerade die Eintragung viel gefährlicher als eine etwaige Geldstrafe, weil Karrierechancen gefährdet sind durch einen Eintrag.

Gerade in diesen Fällen ist es besonders wichtig, zu versuchen, eine Einstellung (s.o. 3.3.) zu erreichen, denn: Bei einer Einstellung des Strafverfahrens gibt es keinen Eintrag ins Führungszeugnis.

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4. Welche Verteidigungsstrategie ist die beste?

Am Anfang steht immer die Analyse: Wie ist die Beweislage für den Tatvorwurf?

Dann kommt die Entscheidung für eine Strategie. Oberstes Ziel: Erledigung des Falles möglichst ohne Gerichtstermin, denn der Gerichtstermin bedeutet für die Betroffenen in aller Regel eine erhebliche psychische Belastung.

Der Anwalt kann - je nach Falllage - erheblich Einfluss darauf nehmen, ob das Verfahren auch ohne Gerichstverhandlung beendet werden kann.

Die Verteidigungsstrategie wird an diesem Ziel ausgerichtet. Sie ist entweder offensiv oder defensiv.

Offensive Verteidigung:

Immer dann, wenn Umstände, die zugunsten des Mandanten sprechen, besonders betont oder ermittelt werden sollen, sollten diese Umstände früh und umfassend den Strafverfolgungsbehörden mitgeteilt werden.

Defensive Verteidigung:

Ist die Beweislage klar oder kann die Situation des Mandanten durch seine Aussage nicht verbessert werden, sollte in aller Regel defensiv verteidigt werden, d.h.: der Betroffene macht keinerlei Angaben im Strafverfahren. Nachteile erleidet der Betroffene durch diese Strategie nicht, denn: im Strafverfahren können alle Umstände jederzeit - auch später - geltend gemacht werden.

Die Festlegung der richtigen Strategie ist von zentraler Bedeutung für den Fortgang des Strafverfahrens. Ich lege großen Wert darauf, diese Strategie transparent mit den Mandanten zu erläutern. Vertrauen Sie dabei auf meine 10 Jahre Erfahrung im Umgang mit Strafverfolgungsbehörden.

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5. Was kostet der Anwalt?

Eine Beratung kostet in aller Regel 50 - 75 €.

Eine durchschnittliche Verteidigung ohne Gerichtstermin kostet zw. 300 - 650,00 €.

Kommt ein Gerichtstermin hinzu, belaufen sich die Kosten für die gesamte Strafverteidigung bei durchschnittlichen Fällen auf bis zu 850,00 €.

Bei Interesse rufen Sie mich an (0511. 220 620 60) oder mailen mir ().

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